CBAM verständlich erklärt von ProKilo®

CBAM ist in Kraft getreten

Seit dem 1. Januar 2026 ist der sogenannte „Carbon Border Adjustment Mechanism“, kurz CBAM, aus der Verordnung (EU) 2023/956 endgültig in Kraft getreten.

Da CBAM direkte Auswirkungen auf die Preise einiger Produkte aus Nicht-EU-Ländern hat, möchten wir hier zu den Hintergründen informieren. 

CBAM – Was bedeutet der CO₂‑Grenzausgleich für Stahl, Metall & Industrie?

 

Der CBAM (Carbon Border Adjustment Mechanism)ist ein neues EU‑Instrument, das den CO₂‑Ausstoß von importierten Waren berücksichtigt. Besonders betroffen sind Stahl, Eisen, Aluminium und weitere Grundstoffe– also genau die Materialien, mit denen Du arbeitest oder die du einkaufst.

Auf dieser Seite erfährst Du verständlich und praxisnah,was CBAM ist, warum es eingeführt wurde und was es für Dich bedeutet.

Was ist CBAM?

CBAM steht für Carbon Border Adjustment Mechanism, was auf Deutsch etwa so viel heißt wie CO₂‑Grenzausgleichssystem.

Kurz gesagt:
Produkte, die außerhalb der EU hergestellt werden und viel CO₂ verursachen, sollen beim Import in die EU einen CO₂‑Preis zahlen.

Damit werden importierte Waren so behandelt, als wären sie unter den gleichen Klimaschutzregeln produziert worden wie EU‑Produkte.

Warum wurde CBAM eingeführt?

Die EU verfolgt mit dem „Green Deal“ das Ziel, bis 2050 klimaneutral zu werden. Bis 2030 sollen die Treibhausgasemissionen um mindestens 55% reduziert werden. Für Unternehmen innerhalb der EU bedeutet das:

  • strengere Umweltauflagen
  • steigende CO2-Kosten
  • Investitionen in klimafreundliche Produktion

 

Ohne CBAM könnten Hersteller ihre Produktion einfach in Länder mit niedrigeren Umweltstandards verlagern und günstiger wieder in die EU verkaufen. Genau hier setzt CBAM an und schafft weltweit Anreize für die Reduzierung von CO2-Emissionen.

Was ist Carbon Leakage (CO₂‑Verlagerung)?

Carbon Leakage bedeutet, dass Unternehmen ihre CO₂‑intensive Produktion ins Ausland verlagern, um dort günstiger zu produzieren – ohne dass global weniger CO₂ entsteht.

Beispiel: 

Stahl wird nicht mehr in der EU produziert, sondern in einem Drittland mit niedrigeren Umweltauflagen. Das fertige Produkt wird anschließend wieder importiert

Das schadet dem Klima und der europäischen Industrie. CBAM soll genau das verhindern.

Ziele von CBAM

Ziele von CBAM:

 

Der faire Wettbewerb zwischen EU‑Produkten und Importware, der Schutz der europäischen Industrie und ein echter Anreiz für klimafreundlichere Produktion weltweit.

Wie werden die CO₂‑Emissionen ermittelt?

Für CBAM zählen die direkten Emissionen, die bei der Herstellung eines Produkts entstehen – zum Beispiel:

  • Energieverbrauch im Stahlwerk
  • eingesetzte Brennstoffe
  • Produktionsverfahren

 

Der Importeur muss entweder die tatsächlichen Emissionen des Herstellers nachweisen oder Standardwerte (Benchmarks) der EU verwenden.

Für wen gelten die CBAM‑Regelungen?

CBAM betrifft vor allem:

  • Importeure von Stahl, Eisen, Aluminium
  • Unternehmen, die Halbzeuge oder Vormaterialien aus Nicht‑EU‑Ländern beziehen
  • Industrie‑Einkäufer und verarbeitende Betriebe

Reine Endkunden und DIY‑Anwender, die innerhalb der EU einkaufen (z. B. bei ProKilo), müssen sich nicht selbst um CBAM kümmern.

ProKilo bezieht seine Materialien überwiegend aus EU‑konformer Produktion.

Gibt es kostenlose Zertifikate?

Für EU‑Hersteller gibt es im Emissionshandel (ETS) aktuell noch kostenlose CO₂‑Zertifikate – allerdings werden diese schrittweise abgeschafft.

Für CBAM selbst gilt:

  • keine kostenlosen CBAM‑Zertifikate
  • CO₂‑Kosten müssen vollständig ausgeglichen werden

Langfristig sollen:

  • kostenlose Zertifikate in der EU wegfallen
  • CBAM vollständig greifen

Was bedeutet die CBAM‑Übergangsphase?

Die Übergangsphase läuft von Oktober 2023 bis Ende 2025.

In dieser Zeit gilt:

  • Berichtspflicht
  • noch keine Zahlungspflicht

Importeure müssen:

  • melden, wie viel CO₂ ihre Produkte verursachen
  • aber noch keine CBAM‑Zertifikate kaufen

Ab 2026 wird CBAM dann kostenpflichtig.

Welche Ausnahmen gibt es?

CBAM gilt nicht uneingeschränkt für alle Fälle. Ausnahmen sind unter anderem:

  • Kleinsendungen unter 150 € Warenwert
  • Waren aus Ländern mit vergleichbarem CO₂‑Preis (z. B. bestimmte Abkommen)
  • Schrott und Recyclingmaterial (in vielen Fällen)
  • Produkte, die nicht unter die CBAM‑Warengruppen fallen

Was bedeutet CBAM für Dich als ProKilo‑Kunde?

Für Dich heißt das vor allem:

  • mehr Transparenz beim CO₂‑Fußabdruck
  • fairere Preise zwischen EU‑ und Importware
  • langfristig nachhaltigere Stahl‑ und Metallprodukte

Wenn Du bei ProKilo Stahlmarkt einkaufst, profitierst Du davon, dass:

  • wir auf EU‑konforme Lieferketten setzen
  • CBAM‑Risiken für Dich als Kunde minimiert werden
  • Du Materialien bekommst, die auch zukünftig rechtssicher sind

Du hast weitere Fragen ZU CBAM?  

 

Dann schreib uns eine Mail an shop[at]prokilo.de 

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